22.02.2015

Innen wie außen stimmig Bürohaus aus Betonfertigteilen vereint Ästhetik und Funktion

zweckbauErkrath, November 2014. Das neue Bürogebäude der Firma alfatec in Rednitzhembach ist viel mehr als nur ein Zweckbau: Der repräsentative Kubus bietet viel Raum für den Bürobereich sowie Lagerhaltung und Logistik.
Der großzügige Innenbereich mit der ausladenden Treppe dient auch als Kommunikationsforum und Treffpunkt für die Mitarbeiter. Den von Architekt Andreas Eirich realisierte Entwurf rundet ein Niedriegenergiekonzept ab, dessen Herzstück eine ausgeklügelte Heiz- und Kühlanlage bildet.
 
Seit rund 35 Jahren ist die Logistik- und Elektronikfirma alfatec erfolgreich auf dem Markt und stetig gewachsen. Die bestehenden Büro- und Lagergebäude am Firmenstandort in Rednitzhembach reichten für das international tätige Unternehmen nicht mehr aus. Die Bauherren wünschten sich deshalb einen repräsentativen, zweckmäßigen Neubau, der ihren Expansionsplänen über einen längeren Zeitraum gerecht wird. Der beauftragte Architekt Andreas Eirich entwarf und realisierte einen zweistöckigen, eleganten Kubus aus Betonfertigteilen mit einer markanten Sichtbetonfassade und großzügigen Glasfensterfronten.
 
Herausforderung Fundament und Hochregal
Den Office- und Logistikbereich in dem Neubau zu vereinen, war allein schon wegen der ungünstigen Bodenverhältnisse mit hohem Grundwasserstand eine echte Herausforderung. Das Hochregallager wurde mit drei Segmenten von jeweils 7,50 m Länge und einer Höhe von 13,50 m konzipiert. Bei dieser Höhe und der relativ kleinen Grundfläche des Hochregals können sehr große Drucklasten entstehen. Daher erfolgte ein Bodenaustausch und die entsprechende Ausführung der Fundamente auf Grundlage eines geologischen Gutachtens. „Die einzelnen Bodenstützen erhielten Fundamentplatten als Köcherunterlage in einer Größe von 4,50 x 4,50 m. Die Köcherfundamente wurden alle als Fertigteile hergestellt“, erklärt Architekt Andreas Eirich.
 
Betonfertigteile rundum
Fertigteile kamen nicht nur beim Fundament, sondern beim gesamten Neubau zum Einsatz. Stahlbetonskelettbauteile und -fertigstützen dienen hier als solide Wandkonstruktionen. Elementplatten bilden die Geschossdecken, die mit einem entsprechenden Aufbeton versehen wurden. Das Dach besteht aus leicht geneigten Porenbetonplatten. Diese Neigung soll den schadensfreien Wasserablauf gewährleisten. Auf diesen 20 cm starken Porenbetonplatten wurde zusätzlich eine 20 cm dicke, entsprechend abgedichtete Dämmung aufgebracht, was die Wärmedämmeigenschaften erheblich verbessert. Auch die Betonfassadenelemente in Sandwichbauweise mit einer Tragschale von 16 cm und einer Sichtschale von 8 cm Stärke sind hoch wärmegedämmt.
 
Fassade mit Charakter
Die gesamte Fassadenfläche des Neubaus besteht aus Sichtbeton, dem 15 Prozent Graphit beigemischt wurde. Da sich der Graphit beim Zumischen nicht regelmäßig verteilen lässt und zum Teil aufschwemmt, ergibt sich kein einheitliches Grau, sondern eine gescheckte Maserung im Sichtbeton. Je nach Jahreszeit und Witterung wechselt die Intensität der Einfärbung, und das führt zu ausgeprägten Mustern auf der Fassade. Die Sichtbetonfassade in Kombination mit den großzügigen Fensterfronten gibt dem Gebäude einen markanten und repräsentativen Anstrich. Gleichzeitig sind die großzügigen Glasfronten ein lichter Ausgleich zur rau wirkenden, blaugrauen Struktur des Sichtbetons und nehmen dem Monolithen damit die Schwere. Die Fenstergestaltung orientiert sich an der Optik des alten Bürogebäudes, was beide zu einem harmonischen Ensemble verbindet.
 
Großflächig makellos
Für die Herstellung der äußeren Gebäudehülle und des Daches wurde ein frei stehendes Spezialgerüst konstruiert, so dass die Fassade nicht durch sichtbare Löcher verunstaltet wird, die beim Anbau üblicher Gerüste entstehen. Die Makellosigkeit und zurückhaltende Eleganz der äußeren Sichtbetonfassade setzt sich im Innern des Neubaus fort: Auf Wunsch der Geschäftsleitung wurden beide Büroetagen freiflächig, also ohne störende Zwischenwände konzipiert, damit die Mitarbeiter die Räume flexibel nutzen können. Im 1. Obergeschoss gibt es lediglich gesonderte Räume für den Server- und Sanitärbereich. Im 2. OG befindet sich nur das Büro für die Geschäftsführung mit angeschlossenem Sekretariat, ein separater Konferenzraum, ein Sanitärbereich sowie ein Casino und eine Dachterrasse für die Mitarbeiter. Ansonsten ist der Innenraum auch hier offen und somit flexibel nutzbar. Die dadurch entstandenen großzügigen Sichtachsen in Kombination mit den minimalistischen Sichtbetonwänden verleihen den Büroräumen ein repräsentatives und trotzdem angenehm zurückhaltendes Ambiente.
 
Durch die großen Glasfassaden ergibt sich beim Betreten jeder Büroetage ein schöner Blick in die umgebende Landschaft mit Wald und Wiesen.